Judith Mundwiler: From The Dark Sky

Werknummer
297
Kategorien
Gemälde
Künstlerin / Künstler
Judith Mundwiler
Darstellung/Titel
From The Dark Sky
Datierung
2016
Standort
Gemeindehaus
Platz
Schalterhalle Einwohnerdienste
Technik
gespachtelt mit Acrylfarbe, maschinengenäht
Höhe
175 cm
Breite
98 cm
Jahr Erwerb
2024
Bemerkungen Erwerb

Ankauf nach Atelierbesuch durch die Kulturkommission.

Künstlerin / Künstler:

Judith Mundwiler

Judith Mundwiler, geb. 25.05.1958.

Sie ist eine freischaffende Künstlerin mit eigenem Atelier in Sissach.

Nach der Schule folgten von 1977-1979 die Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin an der Berufsfachschule in Liestal und danach von 1979-1983 das Studium zur Fachlehrkraft textiles und nichttextiles Werken an der Pädagogischen Hochschule Basel. Während 20 Jahren unterrichtete sie an der Primar- und Sekundarschule Baselland.

Neben der künstlerischen Weiterbildung in den verschiedenen Ateliers von Kunstschaffenden und der Lehrtätigkeit, beteiligte sie sich an verschiedenen nationalen und internationalen Ausstellungen. Sie gewann zahlreiche Preise und veröffentlichte verschiedene Publikationen.

Von 2005-2007 wirkte sie als Dozentin von Onlinekursen bei "Texpertise" - Virtual-School in Textile Design.

Seit über 30 Jahren ist sie Dozentin an den Pädagogischen Hochschulen der Kantone BL, BS, AG, SG, LU und SZ und seit 2003 freischaffende Künstlerin mit eigenem Atelier in Sissach. Sie bietet Atelier-Kurse und Workshops im In- und Ausland an, ist Ausstellungskuratorin, Buchautorin, Wettbewerbsjurorin und vieles mehr.

Zitat:
Sich künstlerisch auszudrücken mit Materialien wie Stoff, Papier, Plastik, oder Materialien aus der Natur ist für Judith Mundwiler ein Urbedürfnis. Schon seit ihrer Kindheit beschäftigt sie sich mit den Medien Stoff und Kleider. Was als Freizeitbeschäftigung begonnen hatte, wandelte sich im Laufe der Jahre zu einem tiefen Bedürfnis, sich künstlerisch/gestalterisch in dieser Ausdrucksform mit Alltagsthemen und philosophischen Aspekten auseinanderzusetzen, und dann diese Auseinandersetzung mitzuteilen, andere Menschen in Form von Textilen Bildern an diesen Gedanken und Seeelenzuständen teilhaben zu lassen. Die Betrachtenden berühren, nachdenklich machen, Zuversicht und Freude vermitteln ist die Stärke von Judiths Kunstwerken.
Eine schwierige Tatsache ist, den geeigneten Ort in der Welt der Kunst zu finden, wo ihre Textilen Werke die nötige Wertschätzung erhalten. Die Textilkunst wird immer noch gleichgesetzt mit ‹Fleissiger Frauenarbeit›. Oft wird auch gefragt: ‹Wie lange hast du daran gearbeitet?›
In der Sparte ‹Quilt› sind die Arbeiten von Judith Mundwiler oft auch fehl am Platz, da diese die Vorgaben von ‹zwei Stofflagen, die mit Stichen verbunden sind› nicht erfüllen. Ihre mehrschichtigen Werke bestehen aus frei hängenden Bahnen, die nicht durch Stiche miteinander verbunden sind oder sie bestehen nur aus einer Papierschicht.
Die Werke sind manchmal auch Gemälde. Nur ist auf der Farbpalette nicht Ölfarbe, sondern textiles Material.
Quelle: www.judithmundwiler.ch

Persönlicher Kommentar von Judith Mundwiler:
Mein Werk "From the dark sky" ist das erste von einer Serie, die 2016 entstanden ist. Es folgten bis 2022 weitere acht zum Teil noch grössere Werke in derselben Technik.

Die Problematik der Luftverschmutzung auf unserem Planeten durch künstliche Lichtquellen nimmt stetig zu. Strassenbeleuchtung, Leuchtreklamen, Industrieanlagen und der Verkehr erhellen den Nachthimmel. Lichtverschmutzung beeinflusst Ökosysteme. Meere, Böden oder Lufträume sind für viele Spezies nicht mehr bewohnbar.

Das erste Werk zeigt die Sicht aus dem Weltall auf unseren Planeten. Beim zweiten Werk geht der Blick weiter wie ein Zoom hinunter in die Tiefsee, wo absolute Dunkelheit herrscht. Dort unten findet man unglaubliche Meerestiere, die mit ihrer Bioluminiszenz ihre Umgebung ausleuchten.

Das Material zur Arbeit sind Parking-Tickets, die ich von der Stadt Rheinfelden sammeln liess. Jeder Parkschein beinhaltet eine Geschichte: Weshalb war dieser Mensch unterwegs mit dem Auto und hat in diesem Pakhaus parkiert? Der Parkschein als Symbol für unsere Mobilität, die letztlich wieder zu dieser Lichtverschmutzung führt.